Fotos: Dennis Koch

Ob es wohl der spontane Wintereinbruch war, der das ganze Dorf zu uns in die Halle getrieben hat? Oder vielleicht der herrliche Duft von heißem Kaffee? Was es auch war, wir haben mit Staunen beobachtet, wie am 19.11.2022 um kurz vor 14 Uhr, eine ganze Stunde vor Konzertbeginn, erwartungsvolle Scharen in die Westmünsterlandhalle strömten. Erwartet wurden sie von einer reich gedeckten Kuchentafel, Reihen von Thermoskannen in Marschaufstellung, langen herbstlich dekorierten Tischen und von ca. 100 gespannten Musikerinnen und Musikern. Somit war das Kaffeekonzert „Aber bitte mit Sahne“ eröffnet!

Die Westmünsterlandhalle füllte sich schnell bis auf die letzten Plätze, sodass sogar Tische und Stühle zugestellt werden mussten, während die Gäste wie die Bienen zum Kuchenbuffet schwärmten und eine Tortenplatte nach der anderen leerten. Langsam aber sicher versammelten sich währenddessen die Musikerinnen und Musiker am Halleneingang. Dann endlich schlug es drei Uhr und der krachende Startschuss viel: Auf das Kommando von Dirigent André Baumeister liefen die Jungs und Mädels, Männer und Frauen durch die Tischreihen hindurch zur Bühne und nahmen vor und auf der Bühne Position ein. Das erste Stück, gespielt von allen drei auftretenden Gruppen gemeinsam war (wie könnte es anders sein): „Aber bitte mit Sahne“!

Der Auftakt war geglückt und von da aus ging es bis ca. 18 Uhr schwungvoll weiter. Nachdem die Vorsitzende Sophia Vestrick das Publikum wilkommen hieß, sorgte zunächst die Musikkapelle mit einem abwechslungsreichen Potpourri aus bekannten Melodien für Stimmung. Beim „Walzer No.2“ war zum Beispiel schon der Ansatz eines Schunkelns zu sehen, das Stück „Grönemeyer!“ mit Melodien des gleichnamigen Stars wurde mit einer spannenden Anekdote des Dirigenten verziert und das Sahnehäubchen auf der musikalischen Torte war der „Florentiner Marsch“ als Zugabe. Gesanglich angeleitet wurde das Publikum von Willibald Knüwer und Heinz-Gerd Möllmann. Nach dem Hauptorchester betrat das Jugendorchester unter der Leitung von Dominik Grothe das Rampenlicht und stellt die Stimmbänder des Publikums auf eine erste Probe. Zu Musikstücken wie „Rot sind die Rosen“ und dem „Böhmischen Traum“ wurde zunächst verhalten und später immer kräftiger mitgesungen. Spätestens bei „Over and Out“ flogen dann auch die Hände und die Gäste klatschten den wohlbekannten Rhythmus begeistert mit.

Erfolgreich warmgeklatscht und warmgesungen zeigte das Publikum, was in ihm steckt als das nächste Highlight folgte: Der Einmarsch der Teufelsbuam unter ihrem neuen Dirigenten Markus Rupe zu „Dem Land Tirol die Treue“. Darauf folgte das Beste, was die böhmische Musik der letzten Generationen zu bieten hatte. Von der „Fuchsgraben Polka“ über die „Südböhmische Liebe“ bis hin zur bekannten Vogelwiese, von Ernst Mosch bis Jaromír Vejvoda boten die Teufelsbuam ein stimmungsvolles Programm, dass die Halle in Bewegung setzte. Der Neue am Dirigentenpult ließ die Freude an der Blasmusik mit seinem Ensemble durch den Raum tragen und die von Kaffee und kühlen Getränken geölten Stimmen an den Tischen machten mit, sodass die Klänge mit Sicherheit durchs ganze Dorf ertönten.

Am Ende des Konzertnachmittags waren Kaffee und Kuchen nahezu komplett auf und jede Menge glückliche Gesichter zu sehen, auf Seiten der Gäste und der Musizierenden. Möglich gemacht haben dieses Event ein engagiertes Organisationsteam bestehend aus Ludger Soppe und Heiner Buß sowie die Unterstützung der Stadtwerke Borken und der Gemeinde Heiden. Wieder einmal hat es sich auch gezeigt, dass es ohne Zusammenhalt und Einsatz unter den Vereinsmitgliedern nicht funktioniert, daher geht an dieser Stelle auch ein ganz großes DANKESCHÖN an alle fleißigen KuchenbäckerInnen, an die Spülkräfte, die Thekenbesetzung, das Deko-Team, … es könnten noch so viele genannt werden! Dass Spaß und Leidenschaft am Werk waren, hat das Publikum erkannt und mit andauerndem Applaus gewürdigt. Da steigt auf allen Seiten die Vorfreude auf das nächste Konzert.